Wem gehört Signal? Eigentümer, Struktur und Unabhängigkeit des Messenger Signal

Wem gehört Signal? Eigentümer, Struktur und Unabhängigkeit des Messenger Signal

Die Frage, wem Signal gehört, klingt simpel, doch die Antwort offenbart ein Modell, das sich grundlegend von WhatsApp, Telegram oder iMessage unterscheidet. Dieser Artikel zeigt, wer hinter dem Messenger Signal steht, wie die Eigentümerstruktur funktioniert und warum genau das für Ihre Privatsphäre relevant ist.

Auf einem Holztisch liegt ein Smartphone, dessen Display ein Schloss-Symbol zeigt, das für die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Signal Messenger App steht. Diese Darstellung betont den Fokus auf Datenschutz und sichere Kommunikation in der digitalen Welt.

Kurze Antwort: Wem gehört Signal heute?

Signal gehört einer gemeinnützigen Non-Profit-Organisation: der Signal Technology Foundation mit Sitz in Kalifornien. Die operative Entwicklung der Signal App übernimmt die Signal Messenger LLC, eine hundertprozentige Tochter dieser Stiftung. Es gibt keine Aktionäre, keine Investoren mit Anteile und keine Möglichkeit, Gewinne an Privatpersonen auszuschütten.

Das unterscheidet Signal fundamental von den Alternativen auf dem Markt:

Messenger

Eigentümer

Geschäftsmodell

WhatsApp

Meta Platforms (börsennotiert)

Werbung, Datenökosystem

Telegram

Pavel Durow / Private Gesellschaften

Premium-Features, Werbung

iMessage

Apple Inc. (börsennotiert)

Hardware-Ökosystem

Signal

Signal Foundation (gemeinnützig)

Spenden, keine Werbung

Der Fokus liegt bei Signal nicht auf Umsatz, sondern auf Datenschutz und datensicherheit. Mit weltweit über 100 Millionen Downloads hat sich der messengerdienst als ernstzunehmende Alternative etabliert, die 2021 einen enormen Nutzeranstieg verzeichnete. Genau deshalb ist die Frage, wem Signal gehört, keine akademische Übung, sie betrifft digitale Souveränität und das Vertrauen von Millionen benutzer weltweit.

Entstehungsgeschichte: Von TextSecure zur Signal App

Wer die heutige Eigentümerstruktur von Signal verstehen will, muss die Vorgeschichte kennen. Signal wurde 2012 von Moxie Marlinspike gegründet, als Projekt unter dem Dach von Whisper Systems und später Open Whisper Systems. Die Wurzeln liegen in zwei frühen Apps: TextSecure für verschlüsselte SMS auf Android-Smartphones und RedPhone für verschlüsselte Telefonie.

Die Chronologie in Kurzform:

  • 2010, 2012: Moxie Marlinspike und Stuart Anderson starten Whisper Systems. Nach einer Übernahme durch Twitter werden TextSecure und RedPhone als open source Projekte freigegeben.

  • 2013: Marlinspike gründet Open Whisper Systems, um die Arbeit an der Verschlüsselungstechnologie fortzuführen.

  • 2014, 2015: TextSecure und RedPhone werden zur heutigen Signal App zusammengeführt, einer messaging app mit Textnachrichten, Sprachanrufen und Videos.

  • 2015: Das Signal-Protokoll wird veröffentlicht, ein open-source-Verschlüsselungsprotokoll, das bald auch von WhatsApp und Facebook Messenger für bestimmte chats übernommen wird.

Aus einem kleinen Kryptografie-Projekt entstand so ein globaler Standard für sichere Kommunikation. Von Anfang an war der Messenger Signal als open source konzipiert, mit öffentlich einsehbarem Code auf GitHub. Diese konsequente Offenheit legte den Grundstein dafür, dass Signal kein gewinnorientiertes Startup wurde, sondern in eine gemeinnützige Stiftung überging. Der Fokus lag von Beginn an auf Privacy-by-Design, nicht auf Profit.

Gründerfiguren: Moxie Marlinspike und Brian Acton

Zwei Namen stehen zentral hinter der Frage, wem Signal gehört: Moxie Marlinspike und Brian Acton. Ihre Biografien erklären, warum Signal heute so aufgestellt ist, wie es ist.

Moxie Marlinspike

Marlinspike, mit bürgerlichem Namen Matthew Rosenfeld, ist Kryptograf und Sicherheitsforscher. Als gründer von Open Whisper Systems und Hauptentwickler des Signal-Protokolls hat er die technologische Basis des Messenger Signal geschaffen. Bis Anfang 2022 war er CEO der Signal Messenger LLC, trat dann jedoch zurück. Seine Vision war und bleibt: sichere Kommunikation für alle, ohne Datenhandel, ohne Überwachung, ohne Kompromisse. Bis Anfang 2023 war er noch Mitglied im Board of Directors der Stiftung, ist seitdem aber nicht mehr aktiv im Gremium vertreten.

Brian Acton

Brian Acton war Mitgründer von WhatsApp, jener App, die 2014 für rund 19 Milliarden US-Dollar an Facebook (heute Meta) verkauft wurde. 2017 verließ der unternehmer WhatsApp nach Meinungsverschiedenheiten über Werbung und Datenintegration mit Facebook. 2018 gründeten Brian Acton und Moxie Marlinspike gemeinsam die Signal Foundation. Acton brachte dabei rund 50 Millionen Dollar als Startkapital ein und ist seither Executive Chairman der foundation sowie CEO der Signal Messenger LLC.

Die Kombination aus Marlinspikes Kryptografie-Expertise und Actons Kapital- und Unternehmererfahrung bildet die Basis der heutigen Eigentümerstruktur. Ein mitgründer lieferte die technologie, der andere die finanziellen Mittel und die Erfahrung aus dem leben in der Tech-Branche.

Zwei Personen sitzen an einem Konferenztisch in einem hellen Büro und schauen gemeinsam auf einen Laptop. Sie scheinen Informationen auszutauschen, möglicherweise über die Signal App oder andere Kommunikationsmittel, während sie sich auf den Bildschirm konzentrieren.

Signal Foundation: Wem gehört die Stiftung hinter Signal?

Die Signal Technology Foundation wurde im Februar 2018 offiziell gegründet und ist seither die formale „Eigentümerin” des Signal Messengers. Rechtlich handelt es sich um eine US-amerikanische gemeinnützige Stiftung nach Abschnitt 501(c)(3) des US-Steuerrechts. Die Signal Technology Foundation ist damit eine steuerbefreite gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Kalifornien.

Was bedeutet der 501(c)(3)-Status konkret?

  • Keine Aktionäre oder privaten Eigentümer.

  • Kein Ausschütten von Gewinnen an Privatpersonen.

  • Vermögenswerte, einschließlich der Markenrechte an „Signal”, sind zweckgebunden an die Stiftungsmission.

  • Die Eigentümerstruktur von Signal ist so konzipiert, dass sie nicht verkauft werden kann.

Die Signal Foundation ist eine gemeinnützige Organisation, die ausdrücklich gegründet wurde, um den Messenger Signal langfristig unabhängig von Investoren und Übernahmen zu machen. Der Stiftungsvorstand (Board of Directors) kontrolliert die strategische Ausrichtung, muss aber im Rahmen der gemeinnützigen Satzung handeln.

Hier liegt die Kernantwort auf die Frage, wem Signal gehört: einer spendenfinanzierten stiftung, die keinen finanziellen Anreiz hat, Nutzerdaten zu verkaufen. Kein Tech-Konzern, kein einzelner unternehmer, eine gemeinnützige Struktur mit einer rechtlich bindenden mission.

Signal Messenger LLC: Operative Firma unter dem Stiftungsdach

Die tägliche arbeit hinter dem Messenger Signal, von der Softwareentwicklung bis zum Betrieb der server, wird nicht direkt von der Stiftung erledigt, sondern von der Signal Messenger LLC. Signal Messenger LLC ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Signal Foundation.

Die Aufgabenverteilung ist klar:

  • Die LLC entwickelt die Signal App für Android, iOS und Desktop.

  • Sie betreibt die Server-Infrastruktur weltweit.

  • Sie beschäftigt die Entwicklerinnen und Entwickler.

  • Sie verwaltet dateien, Updates und die technische Weiterentwicklung.

Brian Acton fungiert als CEO der Signal Messenger LLC und hat damit die operative Kontrolle, ist dabei aber der Stiftung und ihren Zielen unterstellt. Jede Entscheidung muss im Einklang mit der gemeinnützigen Satzung stehen.

Warum diese Doppelstruktur? Die Trennung von stiftung und LLC ermöglicht flexiblere Anstellungsverhältnisse, Verträge und Kooperationen, ohne die gemeinnützige mission zu gefährden. Ähnlich arbeiten auch andere organisationen: Die Mozilla Foundation betreibt mit der Mozilla Corporation ein vergleichbares Modell. Für den Nutzer der Signal App bedeutet das: Es gibt keinen direkten Einfluss von externen Geldgebern auf den Code. Die Marke „Signal” und alle Rechte an der messaging app sind über diese Struktur rechtlich abgesichert.

Mission statt Profit: Warum Signal eine gemeinnützige Organisation ist

Die mission der Signal Foundation ist klar formuliert: freie, sichere kommunikation weltweit ermöglichen, ohne Kompromisse. Signal möchte den bedingungslosen schutz der privatsphäre gewährleisten, und zwar für alle benutzer gleichermaßen.

Konkret bedeutet das:

  • Schutz der freien Meinungsäußerung durch starke ende zu ende verschlüsselung.

  • Bereitstellung einer open-source-Messaging-App ohne werbung.

  • Minimierung von Metadaten und Datensammlung auf ein Minimum.

  • Signal verfolgt keine Gewinnmaximierung.

Die Stiftungsform wurde bewusst gegen typische VC- oder Big-Tech-Modelle gewählt. Es gibt keine Renditepflicht gegenüber Investoren, keine Motivation, daten der Nutzer zu monetarisieren, und keinen Druck durch Börsenerwartungen. Statt kurzfristigem Wachstum um jeden Preis steht langfristige Stabilität im Vordergrund.

Was heißt das für die Eigentumsfrage? Das Eigentum ist formal bei der stiftung, faktisch aber an die mission gebunden. Nutzer haben keinen rechtlichen Eigentumsanteil, aber einen realen Einfluss durch spenden und Community-Engagement. Im Kontrast zu Plattformen, deren Geschäftsmodell auf Datensammlung und Werbeprofilen basiert, implementiert der Signal Messenger ausdrücklich weder Tracking noch Anzeigen. Das ist kein versprechen auf einer Marketing-Webseite, sondern eine strukturelle Entscheidung, die in der Rechtsform der Organisation verankert ist.

Finanzierung: Spenden statt Werbung und Investoren

Die Antwort auf die Frage, wem Signal gehört, ist untrennbar mit der Frage verbunden, wer Signal finanziert. Denn wer zahlt, bestimmt in der Regel die Richtung. Bei Signal ist das Modell radikal anders als bei kommerziellen Diensten.

Die wichtigsten Geldquellen:

  • Anschubfinanzierung: Brian Acton stellte 2018 rund 50 millionen dollar bereit. Er ist der wichtigste Geldgeber der Signal Foundation.

  • Laufende Spenden: Die Finanzierung von Signal erfolgt durch spenden von Nutzern und nicht durch werbung oder Verkaufsdaten. Weltweit tragen viele kleine und mittlere Beträge zum Betrieb bei.

  • Größere Zuwendungen: Einzelpersonen und Stiftungen unterstützen Signal, allerdings ohne die Mitbestimmungsrechte, die typische Investoren hätten.

Was Signal ausdrücklich nicht tut:

  • Keine werbung ausspielen.

  • Keine nutzerdaten verkaufen oder vermieten.

  • Keine Paywall für Grundfunktionen.

Nutzer können Signal über die app, die Website und Unterstützerprogramme wie den „Signal Sustainer”-Modus finanziell unterstützen. Was die Transparenz betrifft: Die Foundation veröffentlicht Jahreszahlen, für 2024 wurden Einnahmen von rund 29,4 Millionen US-Dollar und Ausgaben von etwa 38,0 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Das zeigt, dass der Betrieb kostenintensiv ist und die Organisation teils defizitär arbeitet.

Da die Einnahmen nicht an Anteilseigner ausgeschüttet werden dürfen, bleibt das gesamte Vermögen im Stiftungszweck gebunden. Kein fall von verdecktem Gewinnstreben.

Open Source und Community: Wem gehört der Code des Messenger Signal?

Signal ist vollständig open source und transparent, ein Versprechen, das sich technisch überprüfen lässt. Der Quellcode für alle Client-Apps (Android, iOS, Desktop) und das signal protokoll sind öffentlich auf GitHub einsehbar.

Was „open source” hier konkret bedeutet:

  • Jeder kann den Code einsehen, analysieren und auf Schwachstellen prüfen.

  • Sicherheitsforscher können unabhängig verifizieren, ob die Signal App tatsächlich Ende-zu-Ende-Verschlüsselung implementiert, ohne versteckte Hintertüren.

  • Fehler können gemeldet und Verbesserungen vorgeschlagen werden.

Das Signal-Protokoll ist ein Open-Source-Verschlüsselungsprotokoll, das über Signal hinaus verwendet wird. WhatsApp, Google Messages und weitere Dienste nutzen das Protokoll für bestimmte verschlüsselte unterhaltungen, das macht diese Dienste aber nicht zu Eigentümern von Signal.

Die rechtliche Eigentümerschaft am Code ist klar geregelt:

  • Urheberrechte liegen bei Signal Messenger LLC, der Signal Foundation und einzelnen Beitragenden.

  • Die Lizenzen erlauben Einsicht und Wiederverwendung unter bestimmten Bedingungen.

  • Die Marke „Signal” (Name, Logo) ist geschützt und gehört der stiftung bzw. LLC, Dritte können den Code nutzen, aber nicht die Marke kapern.

Open source schafft eine Form von Vertrauen, die kein Marketing-text ersetzen kann. Wenn ein journalist oder eine Sicherheitsforscherin den Code prüft und bestätigt, dass Signal hält, was es verspricht, ist das glaubwürdiger als jede Pressemitteilung. Die Community-Beteiligung reduziert zudem die Abhängigkeit von einzelnen Personen wie Moxie Marlinspike oder Brian Acton.

Auf dem Schreibtisch steht ein Laptop, dessen Bildschirm Programmcode anzeigt, während daneben eine Tasse Kaffee steht. Diese Szene könnte für Entwickler oder Nutzer von Messengerdiensten wie Signal inspirierend sein, die Wert auf Datenschutz und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung legen.

Governance und Machtverteilung: Wer entscheidet über Signal?

Wem gehört Signal? Diese Frage bedeutet auch: Wer trifft die Entscheidungen über funktionen, datenschutz und Infrastruktur? Die Antwort führt zum Board of Directors der Signal Foundation.

Die formale Governance-Struktur umfasst:

  • Brian Acton: Executive Chairman der Foundation und CEO der Signal Messenger LLC, damit die zentrale Entscheidungsfigur.

  • Meredith Whittaker: Präsidentin der Signal Foundation seit September 2022, verantwortlich für strategische Führung und öffentliche Kommunikation.

  • Weitere Vorstandsmitglieder: Amba Kak, Jay Sullivan und Katherine Maher bringen Expertise aus technologie-Politik, Open Source und Zivilgesellschaft ein.

Jedes mitglied des Vorstands agiert im Rahmen der gemeinnützigen Satzung. Dennoch gibt es Kritik an der Machtkonzentration: Brian Acton ist gleichzeitig Hauptgeldgeber, Vorstandsvorsitzender und CEO der operativen Firma, eine Konzentration, die externe Analysen bemängeln. Board-Mitglieder werden nicht demokratisch von Nutzern gewählt, sondern kooptiert. Die Signal Foundation ist in ihrer Struktur wenig transparent, was interne Entscheidungsprozesse betrifft.

Praktisch zeigen sich die Entscheidungsstrukturen etwa bei der Einführung von Signal PIN, Profil-Backups oder dem Umgang mit Community-Kritik in Entwicklerforen und auf Plattformen wie reddit. Die regierung der Organisation liegt bei wenigen Personen, aber rechtlich gebunden an die gemeinnützige mission. Im Vergleich zu kommerziellen Plattformen bleibt deutlich mehr Unabhängigkeit von Werbekunden, Investoren und Börsenerwartungen. Das ist kein perfektes System, aber ein signifikanter Unterschied.

Datenschutz, Metadaten und Server: Wer hat Zugriff auf Signal-Daten?

Viele Menschen fragen sich, wem Signal gehört, vor allem im Hinblick auf eine Sache: Wer hat Zugriff auf meine daten? Die Antwort ergibt sich aus der technischen Architektur und der Eigentümerstruktur gemeinsam.

Was speichert Signal?

Signal speichert keine Metadaten oder Nachrichten auf Servern. Die app speichert keine Metadaten oder Kontaktinformationen. Laut eigener Dokumentation werden nur diese informationen gespeichert:

  • Die Telefonnummer zur Registrierung (Signal erfordert eine Telefonnummer zur Registrierung).

  • Der Zeitpunkt der Kontoerstellung.

  • Der Zeitpunkt der letzten Nutzung.

Keine nachrichten-Inhalte, keine Kontaktlisten, keine Gruppeninhalte auf den Servern.

Technische Architektur

Signal verwendet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle nachrichten, ob text, Sprachanrufe, videos oder dateien. Diese ende verschlüsselung basiert auf dem Signal-Protokoll mit Double-Ratchet-Algorithmus und modernen Post-Quantum-Komponenten. Zusätzlich minimiert die Funktion „Sealed Sender” die Metadaten darüber, wer mit wem schreibt.

Die Server-Frage

Signal nutzt Cloud-Dienste von Amazon, Microsoft und Google für seine Server-Infrastruktur. Das bedeutet: Cloud-Anbieter können bestimmte Verbindungsdaten wie IP-Adressen sehen. Theoretisch könnten Behörden daten direkt bei Cloud-Betreibern anfragen, der inhalt der nachrichten bleibt durch die verschlüsselung aber geschützt.

Die rechtliche Kontrolle über die Infrastruktur liegt bei der Signal Foundation und der LLC. Es gibt keine kommerziellen Datenpartner. Dennoch bleibt die Abhängigkeit von US-Infrastruktur und US-Recht (etwa dem Cloud Act) ein Kritikpunkt, über den sich informierte benutzer im Klaren sein sollten.

Vergleich: Wem gehören andere Messaging-Apps im Gegensatz zu Signal?

Die Einzigartigkeit von Signal zeigt sich erst im direkten Vergleich mit anderen Messengern. Wem gehören WhatsApp, Telegram und iMessage, und was folgt daraus?

WhatsApp

WhatsApp gehört Meta Platforms, einem börsennotierten US-Konzern. Das Geschäftsmodell basiert auf Integration in Metas Werbe- und Datenökosystem. Nutzerdaten fließen in ein größeres Tracking- und Analysesystem ein. Die verschlüsselung der nachrichten nutzt zwar das signal protokoll, aber die Metadaten, wer mit wem kommuniziert, wann, wie oft, werden von Meta erfasst und verarbeitet.

Telegram

Telegram wurde von den Brüdern Nikolai und Pavel Durow gegründet und ist über verschiedene Gesellschaften organisiert, unter anderem in Dubai. Die Finanzierung erfolgt teils über Investoren und Krypto-Projekte. Gruppenchats und Kanäle sind bei telegram standardmäßig nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Der fokus liegt stärker auf Wachstum und Reichweite als auf gemeinnütziger mission.

iMessage und SMS/RCS

iMessage gehört Apple, einem profitorientierten unternehmen. SMS und RCS werden von Mobilfunkanbietern kontrolliert. In beiden Fällen stehen klare Konzerninteressen im Hintergrund.

Was Signal unterscheidet

Der messenger Signal hat keine Werbekunden, zahlt keine Investorendividenden und ist in einer stiftung verankert, deren erklärtes Ziel der schutz der privatsphäre ist. Diese strukturellen Unterschiede beeinflussen nicht nur die tägliche Nutzung, sondern auch die langfristige Unabhängigkeit und die Art, wie funktionen entwickelt werden. Während WhatsApp Features einführt, die Metas Werbegeschäft dienen, orientiert sich Signal an den Bedürfnissen der benutzer.

Auf einem hellen Tisch liegen vier verschiedene Smartphones nebeneinander, die jeweils einen unterschiedlichen Bildschirm eines Messenger-Dienstes anzeigen. Die Geräte zeigen Funktionen von beliebten Apps wie Signal, die für ihre Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und den Fokus auf Privatsphäre bekannt sind.

Signal im Alltag: Was bedeutet die Eigentümerstruktur für Nutzer?

Was bedeutet etwas so Abstraktes wie eine Stiftungsstruktur für den alltäglichen Umgang mit der Signal App? Mehr als man zunächst denkt.

Konkrete Auswirkungen

  • Keine Werbeeinblendungen in chats oder einer Signal Gruppe.

  • Kein Tracking des Nutzerverhaltens zur Personalisierung.

  • Die Produktentwicklung konzentriert sich auf datenschutz-Funktionen: Signal ermöglicht das Versenden von verschwindenden Nachrichten, bietet Screenshot-Schutz und anonyme Sicherheitsnummern.

  • Keine Dark Patterns, die Nutzer zum teilen von mehr daten verleiten.

Warum man den Versprechen eher vertrauen kann

Signal ist vollständig open source und transparent. Jede Zeile Code kann von unabhängigen Experten geprüft werden. Zivilgesellschaftliche organisationen, Sicherheitsforscher und jeder journalist mit technischem Verständnis kann überprüfen, ob die app hält, was sie verspricht. Die gemeinnützige Struktur reduziert den Anreiz, nutzerdaten heimlich zu monetarisieren. Eine panne im Vertrauen hätte für Signal, anders als für Meta oder Apple, existenzbedrohende Konsequenzen, weil das gesamte Geschäftsmodell auf Glaubwürdigkeit basiert.

Verantwortung bleibt bei den Nutzern

Trotz aller Stärken bleibt Eigenverantwortung wichtig:

  • schutz der eigenen Geräte durch PIN und Biometrie.

  • Bewusster Umgang mit Telefonnummern in Gruppen.

  • Informierte Wahl der Messenger-Plattform je nach Bedrohungsmodell.

Signal arbeitet an Weiterentwicklungen wie Benutzernamen statt Telefonnummer, neuen verschlüsselung-Features und verbessertem Metadatenmanagement. Die Eigentümerstruktur begünstigt solche Innovationen, weil sie nicht von kurzfristigem Investorendruck abhängig sind. Weder eine ARD-Sendung noch eine Übersetzung eines Silicon-Valley-Trends, Signal entwickelt sich nach eigener Logik weiter.

Fazit: Wem gehört Signal, und wie vertrauenswürdig ist das Modell?

Signal gehört rechtlich der Signal Technology Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung ohne klassische Eigentümer oder Investoren. Die operative Verantwortung liegt bei der Signal Messenger LLC unter Führung von Brian Acton. Signal gehört keinem Konzern, sondern einem nonprofit unternehmen mit einem klaren Auftrag.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Gemeinnützige, spendenfinanzierte Struktur mit der basis in US-Steuerrecht (501(c)(3)).

  • Starke Rolle einzelner Personen: Moxie Marlinspike historisch als gründer, heute Brian Acton als Executive Chairman und CEO.

  • Open-Source-Ansatz als technische Absicherung: instant messaging mit überprüfbarer verschlüsselung.

  • Signal hat weltweit über 100 Millionen Downloads erreicht, ein Zeichen für wachsendes Vertrauen.

Kritikpunkte bleiben bestehen: Machtkonzentration bei wenigen Entscheidungsträgern, begrenzte formale Mitbestimmung für Nutzer, Abhängigkeit von US-Infrastruktur und westlichen Cloud-Diensten. Manche fragen sich zurecht, ob diese Struktur langfristig stabil genug ist.

Das Modell gilt dennoch für viele Fachleute als eine der vertrauenswürdigsten Lösungen im Messenger-Markt, aber laufende Beobachtung, kritische fragen und Community-Druck bleiben nötig.

Wer selbst tiefer einsteigen möchte, findet den vollständigen Quellcode in den öffentlichen Repositories auf GitHub und kann die Veröffentlichungen der Signal Foundation sowie unabhängige Sicherheitsaudits einsehen. Die Eigentümerstruktur bringt das Modell ans licht, und genau diese Transparenz ist sein stärkstes Argument.

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