Wem gehört Ferrero? Eigentümer, Vermögen und Struktur des Nutella-Konzerns
- Redaktion
- 31. Juli 2026
- Unternehmen
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Die Frage „wem gehört Ferrero?” beschäftigt viele konsumenten und konsumentinnen, die täglich produkte wie nutella, kinder schokolade oder ferrero rocher kaufen. Die Antwort führt zu einer der verschwiegensten und zugleich erfolgreichsten Unternehmerfamilien Europas.
Schnelle Antwort: Wem gehört Ferrero heute?
Die ferrero gruppe ist ein nicht börsennotiertes, privat geführtes familienunternehmen, vollständig im Besitz der familie Ferrero. Ferrero ist nicht börsennotiert und hat keine externen Anteilseigner. Es gibt weder institutionelle Großinvestoren noch Streubesitz an irgendeiner Börse. Die Ferrero-Familie kontrolliert alle Anteile über Holding-Gesellschaften.
Die zentrale Holding heißt Ferrero International S.A. mit Sitz in Luxemburg. Diese operative Gesellschaft bündelt sämtliche Geschäftsaktivitäten des konzerns. Darüber liegen weitere Familien-Holdings, über die 100 % der gruppe kontrolliert werden. Ferrero ist vollständig im Privatbesitz der Familie Ferrero.
Als inhaber und Hauptanteilseigner gilt giovanni ferrero, der den konzern seit über einem Jahrzehnt strategisch führt und als der entscheidende Kopf hinter der unternehmensführung steht.
Eigentümerstruktur: Wie ist die Ferrero-Gruppe organisiert?
Für Außenstehende ist die Eigentümerstruktur von Ferrero schwer zu durchschauen. Das unternehmen operiert über ein verschachteltes Netzwerk aus Holdings in Luxemburg und hält dabei ein hohes Maß an Diskretion. Ferrero umfasst über 100 verbundene Gesellschaften weltweit.
Die Ferrero International S.A. mit hauptsitz in Luxemburg fungiert als operative Dachgesellschaft und bündelt die Geschäftsfelder süßwaren, Kekse, Eiscreme und snacks. Darüber steht die sogenannte Schenkenberg-Holding, die in Medienberichten regelmäßig als familiäre Kontrollgesellschaft genannt wird. Giovanni Ferrero hält etwa 75 % der Anteile an der Schenkenberg-Holding. Die restlichen rund 25 % gehören den Erben seines verstorbenen Bruders Pietro Jr. über die M2J Holding. Die genaue Aufteilung der Anteile innerhalb der Familie ist nicht öffentlich bekannt, da keine Börsennotierung zur Offenlegung verpflichtet.
Die unternehmensführung bei Ferrero ist eng mit der Eigentümerfamilie verbunden. Die Gewinne von Ferrero werden überwiegend reinvestiert oder innerhalb der Familie ausgeschüttet. In den Jahren 2022 bis 2024 flossen Dividenden von insgesamt über 2,2 milliarden euro an die Familiengesellschaften, allein 2022 waren es rund 765 Millionen Euro. Gleichzeitig verbleiben erhebliche Rücklagen im unternehmen, um langfristige Investitionen abzusichern.
Giovanni Ferrero: Der „Nutella-Milliardär” und Hauptanteilseigner
Wer wissen will, wem gehört Ferrero, stößt unweigerlich auf einen namen: giovanni ferrero. Er wurde 1964 in Farigliano geboren, einer kleinstadt im Piemont in italien. Er ist der Enkel des Firmengründers pietro ferrero und sohn michele ferrero.

Nach dem tod seines Bruders Pietro Ferrero Jr. im Jahr 2011 übernahm giovanni ferrero die alleinige leitung der Ferrero-Gruppe. Giovanni Ferrero ist seit 2011 alleiniger Geschäftsführer von Ferrero. Er führt Ferrero als executive chairman und wechselte 2017 formal vom operativen CEO-Posten in diese strategische Rolle. Giovanni Ferrero übernahm 2015 die Rolle des Vorstandsvorsitzenden. lapo civiletti übernahm als familienfremder CEO das Tagesgeschäft und verantwortet die operative Steuerung.
Das vermögen von Giovanni Ferrero wird auf rund 43 bis 47 Milliarden US-Dollar geschätzt, was ihn zum reichsten Mann italiens macht, in Medien oft als nutella milliardär bezeichnet. Selbst auf getty images finden sich nur wenige Aufnahmen von ihm, denn der milliardär ist als äußerst diskreter unternehmer bekannt, der selten Interviews gibt und konsequent im Hintergrund agiert. Giovanni Ferrero hat 2018 die Übernahme von Nestlé-Produkten in den USA geleitet und damit die internationale expansion maßgeblich vorangetrieben.
Die Familie Ferrero: Vom Konditor zur globalen Süßwaren-Dynastie
Die geschichte von Ferrero ist eine klassische Familiengeschichte über drei Generationen, von der piemontesischen Provinz zur globalen candy company. Ferrero ist ein Familienunternehmen in dritter Generation, dessen wurzeln im Nachkriegsitalien liegen.
Alles begann mit pietro ferrero (1898, 1949), einem konditor aus alba. Ferrero wurde 1946 von Pietro Ferrero in alba gegründet. In seiner konditorei entwickelte Pietro die legendäre pasta gianduja, eine haselnuss kakao creme, die er als günstige Alternative zu reiner Schokolade konzipierte. Pietro Ferrero entwickelte diese Nuss-Nougat-Creme während der Nachkriegszeit, als Kakao nach dem krieg knapp und teuer war. Die Verwendung von haselnüssen aus der Region legte den grundstein für das spätere Imperium. Sein bruder Giovanni Ferrero sen. unterstützte die frühe expansion und half bei der organisatorischen entwicklung des Unternehmens, unter anderem gemeinsam mit dem langjährigen Vertrauten francesco rivella.
Der sohn des Gründers, michele ferrero (1925, 2015), übernahm die leitung in den 1950er-Jahren und wurde zur treibenden Kraft hinter der gründung legendärer marken. nutella kam 1964 auf den markt, kinder schokolade folgte 1968, Kinder Überraschung 1974, tic tac wurde international ausgebaut. Ferrero hat ikonische Marken wie Kinder und Tic Tac eingeführt, die heute Milliarden menschen auf der welt kennen. Die erste internationale expansion begann 1956 mit dem ersten Werk außerhalb Italiens. Ferrero expandierte 1956 mit einem Werk in deutschland, ein entscheidender Schritt für die Eroberung des europäischen Marktes. Michele Ferrero hielt das unternehmen konsequent in familienhand und prägte eine Kultur der sorgfalt, Diskretion und leidenschaft für qualität. Wie die Autorin elisabeth von sydow in ihren Recherchen zum Ferrero-Imperium dokumentierte, war Michele Ferreros Führungsstil geprägt vom erbe seines vaters und einer unerschütterlichen Loyalität gegenüber dem ort alba.
Der Übergang zur dritten generation erfolgte zunächst gemeinsam: Giovanni und sein bruder Pietro Jr. führten das unternehmen, bis Pietros tod 2011 Giovanni zum alleinigen Lenker machte.
Wie viel ist die Ferrero-Gruppe wert? Umsätze, Gewinne und Dividenden
Hinter der Frage „wem gehört Ferrero” steht oft das Interesse am finanziellen Ausmaß dieses Imperiums. Die Ferrero-Gruppe ist ein weltweit bekannter Süßwarenkonzern, dessen Zahlen beeindrucken.
Im Geschäftsjahr 2024/25 meldete die ferrero gruppe einen Konzernumsatz von rund 19,3 milliarden euro, ein Wachstum von etwa 4,6 % gegenüber dem Vorjahr. Über 47.000 menschen arbeiten weltweit für den konzern. Da Ferrero nicht börsennotiert ist, lässt sich der genaue Unternehmenswert nur schätzen, doch die vermögen-Bewertungen von Giovanni Ferrero allein deuten auf eine Größenordnung von mehreren Dutzend Milliarden Euro hin.

Die Dividendenpolitik zeigt, wie profitabel das Geschäft läuft: Für 2023 wurden rund 750 Millionen Euro an die Familienholdings ausgeschüttet. Gleichzeitig hat Ferrero Rücklagen von über sieben Milliarden Euro aufgebaut, um Unabhängigkeit und langfristige Investitionen zu sichern. Allein im Geschäftsjahr 2024/25 flossen rund 1,1 Milliarden Euro in Übernahmen, innovation und den Ausbau von produktionsstätten. Diese Größenordnung stellt Ferrero auf eine Stufe mit süßwarenherstellern wie Mars, Mondelēz oder Nestlé und untermauert die marktposition als einer der bedeutendsten Akteure im globalen süßwaren-markt.
Markenuniversum: Was alles zur Ferrero-Gruppe gehört
Eigentum bedeutet bei Ferrero nicht nur Unternehmensanteile, sondern auch die Kontrolle über ein beeindruckendes portfolio an Markenrechten. Die Ferrero-Gruppe hat über 35 marken weltweit, und verteidigt diese mit großer sorgfalt.
Zu den Kernmarken zählen nutella, die gesamte kinder-Familie (kinder schokolade, Kinder Riegel, Kinder Überraschung, Kinder Bueno, Kinder Country), ferrero rocher, ferrero küsschen, Raffaello, Mon Chéri, Duplo, Hanuta und tic tac. Diese produktpalette deckt verschiedene produktkategorien ab, von Schokolade über Pralinen bis hin zu Erfrischungsbonbons. Der konzern kontrolliert die Markenrechte weltweit und geht aktiv gegen Nachahmer vor, etwa bei Versuchen, die marke „Kinder” in deutschland besonders stark markenrechtlich zu schützen.
Ferrero hat große Zukäufe durchgeführt zur Portfolioerweiterung. Zur gruppe gehören inzwischen auch die Ferrara Candy Company in den USA, Fox’s Burton’s Companies in Großbritannien und die Fine Biscuits Company Group mit marken wie Delacre und Royal Dansk. Diese Übernahmen erweitern das klassische Schokoladen- und Pralinengeschäft um Kekse, snacks, Eiscreme und Frühstückscerealien, und machen Ferrero zu einem breit aufgestellten Lebensmittelkonzern, dessen produkte konsumenten und konsumentinnen täglich erreichen.
Expansion und Zukäufe: Wie Giovanni Ferrero die Gruppe neu aufstellt
Unter giovanni ferrero wandelte sich das unternehmen von einem reinen Schokoladenhersteller zu einer breit aufgestellten globalen candy company. Die expansion folgt einer klaren strategischen Linie: Diversifikation über produktkategorien und Regionen hinweg.
Die wichtigsten Zukäufe im Überblick:
|
Jahr |
Übernahme |
Region |
|---|---|---|
|
2015 |
Thorntons |
Großbritannien |
|
2017/18 |
Ferrara Candy Company |
USA |
|
2018 |
Nestlé US-Süßwarengeschäft |
USA |
|
2020 |
Eat Natural |
Großbritannien |
|
2024 |
Power Crunch |
USA |
|
2025 |
WK Kellogg Co (ca. 3,1 Mrd. USD) |
USA |
Diese Zukäufe streuen das Risiko über mehrere Segmente: Schokolade, Kekse, snacks, Frühstücksprodukte und Eiscreme. Der private familienbesitz erleichtert solche strategischen Übernahmen, weil keine kurzfristigen Börsenerwartungen die Entscheidungen beeinflussen können. Ferrero ist heute in mehr als 170 ländern präsent. Die Ferrero-Gruppe betreibt über 30 produktionsstätten weltweit, in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Australien. In deutschland liegt der nationale hauptsitz in frankfurt am main, ein zentraler ort für die herstellung und den Vertrieb auf dem deutschen markt. Das Unternehmen ist zudem für seine Nachhaltigkeitspraktiken unter Beobachtung, insbesondere bei der Beschaffung von Kakao und haselnüssen.
Warum Ferrero in Familienbesitz bleibt: Unabhängigkeit als Erfolgsfaktor
Warum geht ein unternehmen mit fast 20 milliarden euro Umsatz nicht an die Börse? Die Antwort liegt in der DNA der familie Ferrero.
Die klare Eigentümerstruktur in familienhand ermöglicht langfristige Planung ohne den Druck von Quartalszahlen. Rohstoffsicherung bei Kakao und haselnüssen, Markenaufbau über Jahrzehnte und konsequente produktion nach höchsten Standards, all das lässt sich leichter umsetzen, wenn keine externen Aktionäre kurzfristige Renditen fordern. Die leidenschaft für qualität und die Verantwortung gegenüber menschen in der Herkunftsregion alba und dem Piemont können so gewahrt bleiben.
Ferrero kann so eigenständig in neue Geschäftsfelder investieren: nachhaltige Anbaumethoden, neue Produktlinien wie Nutella-Biscuits oder die integration von Frühstückscerealien nach der WK-Kellogg-Übernahme. Im Vergleich zu börsennotierten Wettbewerbern wie Mars, Mondelēz, Nestlé oder Lindt positioniert sich Ferrero bewusst als unabhängige Alternative, die Gewinne reinvestieren kann, statt sie vollständig auszuschütten.
Die Frage „wem gehört Ferrero” lässt sich damit klar beantworten: Es ist und bleibt ein globaler Süßwarenriese in der Hand einer einzigen Unternehmerfamilie, kontrolliert von giovanni ferrero, strategisch auf Langfristigkeit ausgerichtet, und ohne Anzeichen, dass sich daran etwas ändern wird.

