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Zu wem gehört Bugatti? Eigentümer, Geschichte und aktuelle Struktur
- Redaktion
- 9. Oktober 2026
- Unternehmen
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Die Frage „Zu wem gehört Bugatti?” klingt einfach, doch die Antwort hat sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder verändert. Zwischen Gründerfamilie, italienischem Unternehmer, deutschem Autokonzern und kroatischem Technologie-Startup wechselte die französische Luxusmarke mehrfach den Besitzer. Dieser Artikel klärt alles rund um die aktuelle Eigentümerstruktur, die bewegte Geschichte und die Zukunft einer der exklusivsten Marken der Welt.
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Kurze Antwort: Wem gehört Bugatti heute?
Wer heute wissen möchte, zu wem Bugatti gehört, erhält eine klare Antwort: Bugatti gehört zum Joint Venture Bugatti Rimac, das 2021 gegründet wurde. Dieses Gemeinschaftsunternehmen vereint die französische Tradition des Herstellers mit der Elektro-Kompetenz des kroatischen Technologieunternehmens Rimac.
Die Rimac Group hält 55 % an Bugatti Rimac und ist damit der Mehrheitseigner. Porsche AG hielt bis vor kurzem eine bedeutende Minderheitsbeteiligung von 45 %, verkaufte diese Anteile jedoch im September 2026. Damit kontrolliert die Rimac Group Bugatti Rimac nun vollständig. Der Volkswagen-Konzern, der über Porsche lange indirekt beteiligt war, steht somit nicht mehr hinter der Marke.
Wichtig zu wissen: Die Marke Bugatti bleibt eine französische Marke mit Produktionsstandort in Molsheim im Elsass. Der Ort, an dem bereits Gründer Ettore Bugatti seine ersten Fahrzeuge baute, ist weiterhin das Herz der Produktion.
Ein häufiger Irrtum betrifft die Verwechslung mit der deutschen Modemarke bugatti (kleingeschrieben), die ihren Sitz in Herford hat. Trotz des gleichen Namens haben die beiden Marken nichts miteinander zu tun. Die Modemarke gehört zu einem völlig anderen Unternehmensverbund und hat weder historisch noch rechtlich eine Verbindung zum Hypersportwagen-Hersteller.
Von Ettore bis VW: Wie sich die Eigentümer von Bugatti änderten
Die Automobilgeschichte von Bugatti gliedert sich in mehrere prägende Epochen. Je nachdem, welchen Zeitraum man betrachtet, lässt sich die Frage „Zu wem gehört Bugatti?” ganz unterschiedlich beantworten. Was als Einmann-Werkstatt im Elsass begann, wurde über die Jahrzehnte zu einer der begehrtesten Marken im Automobilbau – mit einigen dramatischen Wendungen auf dem Weg.
Die Gründerjahre: Ettore Bugatti und der Mythos
Bugatti wurde 1909 von Ettore Bugatti gegründet, einem italienischstämmigen Konstrukteur mit einem außergewöhnlichen Gespür für Technik und Design. Der Firmensitz lag in Molsheim, das damals zum Deutschen Reich gehörte und heute Teil Frankreichs ist. Von Beginn an verfolgte Ettore Bugatti eine klare Philosophie: Jedes Fahrzeug sollte gleichermaßen ein Kunstwerk und ein technisches Meisterwerk sein – eine Art Symbiose aus Ingenieurskunst und ästhetischem Anspruch.
Bugatti erzielte im Rennsport massive Erfolge mit dem Type 35, der in den 1920er- und 1930er-Jahren über 1.000 Rennsiege einfuhr und als einer der erfolgreichsten Rennwagen aller Zeiten gilt. Neben dem Motorsport entstanden Luxuswagen wie der legendäre Typ 41 „Royale”, der mit seinem gigantischen Rahmen und opulentem Interieur die Kunden der europäischen Oberschicht ansprechen sollte. In dieser Ära fuhr auch Louis Chiron, ein erfolgreicher Rennfahrer der 1920er Jahre, für Bugatti und prägte den Namen, der Jahrzehnte später für ein modernes Modell Pate stehen sollte.
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Niedergang nach dem Krieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet das Unternehmen in eine tiefe Krise. Die Produktionszahlen sanken drastisch, finanzielle Mittel fehlten, und Ettore Bugatti starb 1947. Ohne seinen visionären Gründer verlor die Firma ihren kreativen Motor. In den 1950er-Jahren ging die ursprüngliche Gesellschaft schließlich in die Insolvenz. Der Markenname lag über Jahrzehnte brach – ein stiller Riese, der auf seine Wiedererweckung wartete.
Romano Artioli und der EB 110
Erst in den späten 1980er Jahren kam Bewegung in die Geschichte. Der italienische Unternehmer Romano Artioli erwarb 1987 die Markenrechte und gründete Bugatti Automobili S.p.A. mit Sitz in Campogalliano, Italien. Sein Ziel war ambitioniert: die Rückkehr von Bugatti in die erste Liga der Supersportwagen-Hersteller. Bugatti stellte 1991 den Supersportwagen EB 110 vor, ein technisch beeindruckendes Fahrzeug mit V12-Motor, vier Turboladern und Allradantrieb. Doch trotz aller Ingenieurskunst war das wirtschaftliche Fundament zu schwach. Mitte der 1990er Jahre folgte die erneute Insolvenz. Die Hand Artiolis reichte nicht aus, um Bugatti dauerhaft am Markt zu halten.
Die Ära Volkswagen: Veyron, Chiron und Prestige
Der entscheidende Wendepunkt kam 1998, als die Volkswagen AG unter Ferdinand Piëch die Bugatti-Markenrechte übernahm. VW gründete die Bugatti Automobiles S.A.S. mit Sitz in Molsheim und positionierte die Marke als Speerspitze im Luxus- und Hypersportwagen-Segment. Zwischen 1998 und 2021 gehörte Bugatti zum Volkswagen-Konzern – als hundertprozentige Tochter.
Volkswagen stellte Bugatti in dieser Ära neue leistungsstarke Fahrzeuge wie den Veyron vor, der ab 2005 die Automobilwelt revolutionierte. Der Bugatti Veyron beschleunigt in 2,5 Sekunden auf 100 km/h und setzte Maßstäbe bei der Höchstgeschwindigkeit. Mit dem Bugatti Chiron folgte ab 2016 ein würdiger Nachfolger: Der Chiron hat 1.600 PS Leistung und wurde damit zum Inbegriff dessen, was ein moderner Hypersportwagen leisten kann.
Bugatti definiert das Hypercar-Segment mit Modellen wie dem Veyron und Chiron. Unter dem Dach von VW entstanden darüber hinaus ikonische Sondermodelle, die den Preis und den Exklusivitätsanspruch der Marke weiter steigerten: Der Divo, eine auf Kurvenperformance getrimmte Variante, der Centodieci als Hommage an den EB 110 oder La Voiture Noire – ein Unikat, das als teuerstes Neufahrzeug der Welt galt. All diese Fahrzeuge dienten VW als technisches und prestigeträchtiges Aushängeschild.
Viele Medien und Kunden bezeichneten Bugatti in dieser Phase schlicht als „VW-Tochter Bugatti”. Doch ab 2021 änderte sich die Struktur grundlegend – ein neues Kapitel begann.
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Bugatti Rimac heute: Struktur, Konzernzugehörigkeit und Marke im Alltag
Seit 2021 gibt es eine neue Antwort auf die Frage „Zu wem gehört Bugatti?”. Die Marke ist heute Teil eines internationalen Hightech-Verbunds, der traditionelle Luxus-Handwerkskunst mit moderner Elektro-Technologie verbindet. Was nach einem ungewöhnlichen Partner klingt – ein kroatisches Startup und eine über 100 Jahre alte französische Luxusmarke – erweist sich bei näherer Betrachtung als strategisch durchdacht.
Gründung und Aufbau des Joint Ventures
Im Juli 2021 wurde die Gründung des Joint Ventures Bugatti Rimac offiziell bekanntgegeben. Der operative Start erfolgte im vierten Quartal 2021. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Sveta Nedelja in der Nähe von Zagreb, Kroatien. Gegründet wurde es als Gemeinschaftsunternehmen der Rimac Group von Mate Rimac und der Porsche AG.
Die Rimac Group hielt von Beginn an 55 % der Anteile und war damit Mehrheitseigner. Porsche AG brachte als Partner 45 % ein. Volkswagen war über seine Beteiligung an Porsche mittelbar am Joint Venture beteiligt. Doch im September 2026 verkaufte Porsche seine Anteile an Bugatti Rimac. Damit kontrolliert die Rimac Group Bugatti Rimac nun allein – ein bemerkenswerter Schritt, der die Machtverhältnisse endgültig verschoben hat.
Was bleibt, was sich ändert
Bugatti Automobiles S.A.S. bleibt als Marke und Produktionsstandort in Molsheim erhalten. Die Atelier-Fertigung, die traditionelle Handwerkskunst und das Erbe der französischen Luxusmarke werden weiterhin am historischen Ort gepflegt. Strategische Entscheidungen, Forschung und Entwicklung laufen jedoch über Bugatti Rimac.
Die Quelle der technologischen Innovation liegt vor allem bei Rimac. Das kroatische Unternehmen bringt Expertise in elektrischen Antrieben, Batteriesystemen und Leistungselektronik ein – bekannt durch den vollelektrischen Rimac Nevera. Bugatti dagegen steht für traditionelle Hochleistungsmotoren und Luxuskarosserien. Die Zukunft wird voraussichtlich Hybrid- und Elektroantriebe bringen: Der Bugatti Tourbillon etwa kombiniert einen 8,3-Liter-V16 mit einem 800-Volt-Hybridsystem von Rimac Technology. Experten erwarten bis etwa 2030 ein vollelektrisches Bugatti-Modell, möglicherweise mit Festkörperbatterien, die mehr Energiedichte bei geringerem Gewicht bieten.
Sondermodelle und Auftritte: Centodieci, Pur Sport und mehr
Bugatti inszeniert seine Marke weiterhin mit spektakulären Sondermodellen und Auftritten auf internationalen Bühnen. Aktuell stehen drei Modelle besonders im Fokus:
|
Modell |
Leistung |
0, 100 km/h |
Höchstgeschwindigkeit |
Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
|
Bugatti Centodieci |
1.600 PS |
2,4 Sekunden |
380 km/h |
Wiegt 20 kg weniger als der Chiron |
|
Bugatti Chiron Pur Sport „Grand Prix” |
1.600 PS |
– |
– |
Hommage an historische Rennfahrer |
|
Bugatti Chiron (Basis) |
1.600 PS |
2,4 Sekunden |
420 km/h |
Definiert das Hypercar-Segment |
Der Bugatti Chiron Pur Sport „Grand Prix” ist eine Hommage an Rennfahrer wie Louis Chiron und wird bei Top Marques Monaco ausgestellt. Die Veranstaltung findet vom 9. bis 12. Juni statt, und Bugatti zeigt dort insgesamt drei Hypersportwagen. Der Bugatti Centodieci wird darüber hinaus bei Pebble Beach präsentiert – einem der prestigeträchtigsten Automobilevents weltweit. Die Auslieferungen des Centodieci beginnen in zwei Jahren, was die Exklusivität dieses Sondermodells zusätzlich unterstreicht.
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Häufige Fragen zur Zugehörigkeit
Rund um Bugatti kursieren hartnäckige Missverständnisse. Hier die wichtigsten Klarstellungen:
-
Ist Bugatti noch VW? Nein. Zwischen 1998 und 2021 war Bugatti eine VW-Tochter. Seit 2021 gehört die Marke zu Bugatti Rimac, und seit dem Porsche-Verkauf im September 2026 besteht keine Verbindung zum VW-Konzern mehr.
-
Gehört Bugatti jetzt Porsche? Nicht mehr. Porsche war bis September 2026 als Minderheitsgesellschafter beteiligt, hat seine Anteile aber verkauft.
-
Ist Bugatti eine kroatische Marke? Nein. Bugatti ist und bleibt eine französische Marke mit Sitz und Produktion in Molsheim. Das Mutterunternehmen Bugatti Rimac hat seinen Sitz in Kroatien, aber die Markenidentität ist unverändert französisch.
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Was hat die Modemarke bugatti damit zu tun? Nichts. Die bugatti GmbH aus Herford (Deutschland) ist ein Modehersteller ohne jede Verbindung zum Autobauer – trotz gleicher Namen sorgt das im Vergleich immer wieder für Verwirrung im Bild der Öffentlichkeit.
Markenwahrnehmung und Zukunft
In Medienberichten und Bilderstrecken wird Bugatti nach wie vor als Aushängeschild für Technik und Luxus inszeniert. Bilder ikonischer Modelle wie dem Chiron, dem Centodieci oder dem Pur Sport „Grand Prix” dominieren die Berichterstattung. Die Zugehörigkeit zu wechselnden Konzernen hat der Marke nie geschadet – im Gegenteil: Jeder neue Eigentümer brachte frische Ressourcen und Technologien mit, ohne den Kern der Marke anzutasten.
Bugatti verbindet heute alles, was die verschiedenen Epochen hervorgebracht haben: das Erbe eines genialen Gründers, die Rennsport-DNA der Vorkriegszeit, den Supersportwagen-Anspruch der 1990er, die Ingenieurstiefe der VW-Ära und nun die elektrische Zukunft unter Rimac. Trotz aller Eigentümerwechsel wird Bugatti als eigenständige Luxusmarke wahrgenommen – ein Hersteller, der nicht einfach Fahrzeuge baut, sondern fahrende Kunstwerke schafft.
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Fazit: Bugatti gehört heute vollständig zur Rimac Group. Die Steuer über die Marke liegt in kroatischer Hand, während Tradition, Produktion und Seele fest in Molsheim verankert bleiben. Wer die Geschichte von Bugatti kennt, weiß: Eigentümer kommen und gehen – aber die Faszination dieser Marke ist zeitlos.

