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Zu wem gehört Condor? Eigentümer, Geschichte und aktuelle Struktur
- Redaktion
- 5. Oktober 2026
- Unternehmen
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Wer heute einen Flug bei Condor bucht, fragt sich vielleicht: Zu wem gehört Condor eigentlich? Die Antwort hat sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach geändert, von Lufthansa über Thomas Cook bis hin zu einem britischen Finanzinvestor. Dieser Artikel zeichnet die gesamte Eigentümergeschichte nach und erklärt die aktuelle Struktur.
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Kurze Antwort: Wem gehört Condor heute?
Condor firmiert als Condor Flugdienst GmbH mit Hauptsitz in Frankfurt am Main und gehört seit 2021 mehrheitlich dem britischen Finanzinvestor Attestor Capital. Attestor hält derzeit 51 % an Condor, während die restlichen 49 % von der SG Luftfahrtgesellschaft gehalten werden, einer Zweckgesellschaft, die im Auftrag der deutschen Bundesregierung und des Landes Hessen agiert.
Der Staat ist bis zur vollständigen Übernahme durch Attestor an Condor beteiligt, tritt aber nicht als klassischer Eigentümer im operativen Geschäft auf. Seine Rolle beschränkt sich auf die Absicherung früherer Hilfen. Attestor übernahm 2021 zunächst die Mehrheit von 51 % und hat inzwischen eine Kaufoption auf die verbleibenden Anteile ausgeübt. Die vollständige Übernahme durch Attestor ist für den 31. August 2027 geplant, dann zieht sich der Staat vollständig zurück.
Im weiteren Beitrag erfahren Sie mehr über die frühere Zugehörigkeit zu Lufthansa, die Zeit unter Thomas Cook, die dramatische Rettung nach 2019 und die Zukunftspläne des Unternehmens. Wer die Eigentumsfrage wirklich verstehen will, muss die Geschichte kennen.
Historischer Überblick: Von 1955 bis zur Thomas-Cook-Ära
Die Eigentumsfrage bei Condor lässt sich ohne historischen Kontext kaum nachvollziehen, denn hinter dem heutigen Unternehmen steht eine Serie von Eigentümerwechseln, die sich über sieben Jahrzehnte erstreckt.
Gegründet wurde die Airline im Dezember 1955 als Deutsche Flugdienst GmbH. An der Gründung waren mehrere Akteure aus der deutschen Verkehrs- und Tourismuswirtschaft beteiligt: der Norddeutsche Lloyd, die Hamburg-Amerika-Linie, die Deutsche Bundesbahn und Lufthansa. Schon 1956 startete der Flugbetrieb mit Pilgerflügen, bald gefolgt von Charter-Verbindungen zu beliebten Urlaubszielen wie Mallorca und den Kanaren.
1961 erfolgte die Umbenennung in Condor Flugdienst GmbH. In den 1960er-Jahren erhöhte Lufthansa schrittweise ihre Anteile und erlangte die Kontrolle. Über die folgenden Jahrzehnte war Condor damit eine Tochter im Lufthansa-Konzern und entwickelte sich zur bekanntesten deutschen Ferienfluggesellschaft. Die Flotte wuchs, das Streckennetz wurde ausgebaut, und die Marke Condor etablierte sich fest im deutschen Markt, in einer Reihe mit Wettbewerbern wie LTU und später TUI. Doch Ende der 1990er-Jahre änderte sich der Kurs grundlegend.
Condor unter Thomas Cook: Vom Joint Venture zur Krise
1997 brachte Lufthansa ihre Condor-Anteile in ein Joint Venture mit Karstadt/Quelle ein, aus dem die C&N Touristic AG hervorging, ein Schritt, der Condor vom reinen Luftfahrt-Konzern in die Welt der Veranstalter führte. Diese Gruppe wurde später Teil der Thomas Cook AG. Condor war damit nicht mehr Teil des Lufthansa-Universums, sondern die Airline eines großen Reiseveranstalters.
Bis Dezember 2006 übernahm Thomas Cook die verbleibenden Lufthansa-Anteile vollständig. Condor wurde stärker in die Thomas Cook Group integriert, zwischenzeitlich sogar als „Thomas Cook powered by Condor” vermarktet. Das Feedback der Kunden zeigte jedoch, dass der Markenname Condor in Deutschland deutlich mehr Gewicht hatte als der Name Thomas Cook, weshalb man zum etablierten Namen zurückkehrte.
Condor war früher Teil der Thomas Cook Group und profitierte zwar von deren Vertriebsnetz, litt aber zunehmend unter Preisdruck durch Billigflieger, steigenden Treibstoffkosten und einem sich wandelnden Tourismusgeschäft. Als Thomas Cook am 23. September 2019 Insolvenz anmeldete, traf dies Condor hart, obwohl die deutsche Airline selbst zu diesem Zeitpunkt profitabel arbeitete. Das Geld aus der Muttergesellschaft versiegte über Nacht, Finanzierungszusagen fielen weg, und Condor stand vor einer existenziellen Krise.
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Rettung nach der Thomas-Cook-Pleite: Staatshilfen und gescheiterter PGL-Deal
Mit der Thomas-Cook-Insolvenz wurde die Eigentumsfrage für Condor zum Spiel auf Zeit. Die Bundesregierung und das Land Hessen stellten im Herbst 2019 über die KfW einen Überbrückungskredit von rund 380 Millionen Euro bereit, um den Flugbetrieb über den Winter zu sichern.
Im Januar 2020 wurde die polnische PGL, Muttergesellschaft von LOT Polish Airlines, als Käufer vorgestellt. Das Bundeskartellamt genehmigte die Übernahme. Doch im April 2020 platzte der Deal: Die Corona-Pandemie hatte den Einsatz neuer Mittel unmöglich gemacht, der Luftverkehr brach ein, und PGL zog sich zurück.
Condor ging daraufhin in ein Schutzschirmverfahren nach deutschem Insolvenzrecht und sanierte sich in Eigenverwaltung. Parallel genehmigte die EU-Kommission weitere Restrukturierungsbeihilfen von rund 550 Millionen Euro. Dieser Schritt war entscheidend, denn ohne die Genehmigung aus Brüssel hätte Condor den Betrieb kaum fortführen können. Die Airline überstand so eine Phase, die viele andere Unternehmen der Luftfahrt nicht überlebten.
Heutige Eigentümer: Attestor und die neue Condor-Struktur
Die Frage, zu wem Condor gehört, wird heute vor allem mit einem Namen beantwortet: Attestor Capital. Der britische Finanzinvestor positionierte sich im Frühjahr 2021 als Mehrheitseigentümer und brachte eine Kapitalzufuhr von 200 Millionen Euro Eigenkapital sowie 250 Millionen Euro für die Flottenmodernisierung ein.
Peter Gerber ist der CEO der Condor Flugdienst GmbH. Das Management der Condor Flugdienst GmbH umfasst fünf Mitglieder, die das operative Geschäft steuern. Condor ist dabei als eigenständige Gesellschaft organisiert, Condor ist eine Tochtergesellschaft der Condor Flugdienst GmbH, und auch die Condor Technik GmbH ist eine 100 % Tochtergesellschaft von Condor, die Wartung und technischen Service verantwortet.
Der deutsche Staat hat seine früheren Hilfen nicht in eine dauerhafte Eigentümerrolle umgewandelt, sondern über die SG Luftfahrtgesellschaft zeitweise Anteile gehalten. Diese werden mit dem Closing im August 2027 an Attestor übergehen. Im Frühjahr 2026 zahlte Condor den KfW-Kredit über 175 Millionen Euro vorzeitig zurück, die zentrale Voraussetzung für die vollständige Privatisierung. Condor agiert heute mit Sitz in Frankfurt, rund 5.000 Mitarbeitern und etwa 60 Flugzeugen als Deutschlands bekannteste Ferienairline.
Zukunft von Condor: Flottenmodernisierung, Marke und mögliche Übernahmen
Die Eigentümerstruktur unter Attestor gibt Condor erstmals seit Jahren einen klaren Kurs für die Zukunft. Zentral ist die Flottenmodernisierung: Die Langstrecke wird auf moderne Airbus A330neo umgestellt, bisher sind 18 Maschinen ausgeliefert, bis 2031 sollen es bis zu 25 werden. Ältere Boeing-Modelle wie die 757 und 767 werden sukzessive ausgemustert. Auch auf der Kurz- und Mittelstrecke steht der Austausch durch Flugzeuge der A320neo-Familie an.
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Markenseitig setzt Condor seit 2022 auf ein auffälliges Streifendesign in fünf Farbvarianten, ein Spiegel der neuen Identität als eigenständige Ferienfluggesellschaft, bewusst losgelöst vom früheren Thomas-Cook-Erscheinungsbild. Die Markenentwicklung, unterstützt durch Agenturen und Partner wie Neun Zeichen GmbH (Logo-Gestaltung), zeigt sich auch in der digitalen Präsenz, wo etwa BusinessAd (Logo in der Vermarktung) und AGMA (Logo im Mediabereich) als Partnern im Werbeumfeld sichtbar werden.
Im Wettbewerb steht Condor vor Herausforderungen: Billigflieger wie Ryanair und Ferienfluggesellschaften wie TUI drängen auf den Markt. Condor bietet touristische und Langstreckenflüge als eigenständige Fluggesellschaft an und setzt auf Kooperationen mit Veranstaltern und den Vertrieb von Einzeltickets. Bemerkenswert ist, dass Lufthansa Condor nach 20 Jahren zurückerwerben möchte, ein Thema, das für Wachstum und Konsolidierung auf dem deutschen Markt stehen könnte, aber bislang ohne verbindliche Ergebnisse bleibt.
Wer Condor auf der Merkliste hat, sollte die kommenden Monate aufmerksam verfolgen. Die Themen staatliche Beihilfen in der Luftfahrt, Entwicklung des Ferienflugmarktes und mögliche Übernahmen bleiben aktuell. Für alle, die mehr lesen möchten: Die Geschichte von Condor zeigt wie kaum ein anderer Artikel, wie eng Eigentümerwechsel, politische Entscheidungen und wirtschaftlicher Wandel in der deutschen Luftfahrt miteinander verwoben sind. Feedback und Fragen zu diesem Beitrag sind jederzeit willkommen.

